Kultur & Gesellschaft

A Rua is!

„Headache“ von George Cruikshank Lärm kann krank machen. Das gilt nicht nur für die Ohren. Besonders Kopfarbeiter, die sich stark konzentrieren müssen, sind auf ein ruhiges Umfeld angewiesen. Leider stehen die Chancen dafür in unserer Wissensgesellschaft schlecht.

Wenn die Peripherie ins Zentrum rückt

Bar do Zé Batidão In der Randzone von São Paulo, der perferia, wird in kleinen Bars des abends Poesie zelebriert: Es wird gedichtet, gesungen, gerappt. Die Marginalisierten bekommen ein Podium, das weit über die Vororte hinauswirkt.

Die zerstörerische Güte der Natur – Katastrophen am Vesuv

Am Ende eines von Katastrophen geprägten Jahres eröffnete in Halle die Austellung Pompeji - Nola - Herculaneum: Katastrophen am Vesuv. Das sachsen-anhaltinische Landesmuseum für Vorgeschichte zeigt nicht nur einzigartige Exponante aus den Vesuvstädten, gemeinsam mit dem Wörlitzer Gartenreich erzählt es auch eine lehrreiche Geschichte über das Miteinander von Zivilisation und Natur.

Achtung Authentizität!

Peter Sprong Die Sehnsucht nach dem unverstellten Ich-Ausdruck hat ein tückisches Janus-Gesicht. Für Redner, die besonders überzeugend sein wollen, entpuppt sie sich häufig als Stolperfalle. Denn wer mag sich schon genau so, wie er ist? Das Rollen-Verständnis guter Schauspieler kann weiterhelfen.

Die Mischung macht’s

„Vielfalt ist Sache eines Ganzen“ Wie sich über das „Miteinander der Kulturen“ nachdenken lässt, zeigen zwei Kulturwissenschaftler aus der Lausitz, einer zweisprachigen Region, in der die anerkannte Minderheit der Sorben lebt. Anmerkungen zum letzten Interview mit dem deutsch-sorbischen Schriftsteller Jurij Brězan

Krass!

„Steig oder stirb“ „Steig oder stirb“ ist ein Buch, das man entweder euphorisch weiterempfehlen „oder abgrundtief hassen kann“. Für seinen Autor, den Extremkletterer Mark Twight, gilt in Bergsteigerkreisen und weit darüber hinaus dasselbe. Hier eine Empfehlung für alle, die mit den extremsten Regungen der menschlichen Natur umgehen können – und eine Kurzzusammenfassung für den Rest.

Adiós, Konsumwohlstand

Ludger Heidbrink, Imke Schmidt, Björn Ahaus (Hg.): Die Verantwortung des Konsumenten Irgendetwas stimmt mit dem Navigator nicht. Die letzte Ausfahrt vor Erreichen jenes unwegsamen Terrains, das durch historisch einmalige ökologische und ökonomische Krisenszenarien bestimmt ist, wurde leider verpasst.

Sonnenuntergang?

Wohnviertel: gar nicht trostlosDas „Land der aufgehenden Sonne“ bleibt für den westlichen Beobachter auch heute undurchdringlich. Das englischsprachige Sachbuch „Shutting out the Sun“ nimmt sich mit den Hikkikomori – jugendlichen Einsiedlern – einem hierzulande weitgehend unbekannten Phänomen an.

Europafunken

Der Raub der Europa von Walentin Alexandrowitsch Serow (1910) Als Gründungsmythos eignet sich der Raub der Europa nur bedingt, doch die Geschichte des nach ihr benannten Kontinents ist reich an Gewalterlebnissen – geteilte Erinnerung als Weg zu einem gemeinsamen europäischen Gedächtnis? Ein Kolloquium in der Werner Reimers Stiftung befasste sich mit der Zukunft Europas.

A Different Sort of Blowback

Cocaine Cocaine is a central commodity of the neoliberal age; so, too, its re-processed form (“crack”) for the desperately poor. If we look at cocaine as a social hieroglyph we may glimpse some of the distinguishing features of the contemporary world.

Auf den Strohhund gekommen

John Gray: „Von Menschen und anderen Tieren“ In seinem jüngst auf Deutsch erschienenen Essay Von Menschen und anderen Tieren verabschiedet John Gray mit großer Geste die Moderne, liebäugelt mit dem Taoismus und empfiehlt seinen Lesern Zoobesuche.

Pseudodemenz

Wenn das Gehirn nicht mehr so will wie früher, muss die Ursache keinen physischen Ursprung haben. Die so genannte Pseudodemenz ist ein Symptom, an dem unter Depressionen Erkrankte leiden. Es stört die Leistungsfähigkeit des Gehirns beträchtlich, bleibt aber oft lange unentdeckt, da nur Experten die Anzeichen erkennen.

Das Kreuz der Symbole. Von Osterreitern und Kreuzträgern

Osterreiter in Wittichenau In der Lausitz begehen die Sorben mit dem Osterreiten das Osterfest mit einem jahrhundertealten christlich-heidnischen Brauch. Können solche Traditionen uns auch heute noch zu neuen Lebensentwürfen inspirieren?

Der Mensch hat keinen Wert, sondern eine Würde

menschliches Embryo Wie viel ist ein Mensch wert? Das lasse sich nicht beziffern, sagt der Theologe und Ethiker Dr. Frank Martin Brunn und argumentiert: Der Mensch hat eine Würde, und die ist nicht abstufbar. Ein Gespräch über die ethischen Konzepte zur Würde des menschlichen Lebens – auch in umstrittenen Bereichen der Forschung.

Leidest Du noch, oder deprimierst Du Dich schon?

Bei der Depression dürfen wir nicht nur auf das kranke Individuum schauen. Wir müssen auch die gesellschaftlichen Ursachen des Leidens erkennen. Um die Depression zu bekämpfen, fordern viele eine bessere Diagnostik und therapeutische Versorgung. Der psychiatrische Blick übersieht jedoch die gesellschaftlichen Ursachen und die politische Dimension depressiver Symptome. Das darf so nicht bleiben.

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