Jeden Tag erhitzt die Sonne unsere Erde. Nachts wird diese Energie wieder abgestrahlt
– in Form von Infrarot-Strahlung. Der Treibhauseffekt beruht darauf, dass
Moleküle in der Atmosphäre diese Infrarot-Strahlung aufnehmen und
so die Wärme speichern. Die Moleküle werden dabei in Schwingung versetzt.
Jedes Molekül, ob Kohlendioxid (2) oder Methan (CH4), schwingt wegen seinem
Aufbau anders. Methan kann deshalb nur Infrarot-Strahlung von ganz bestimmter
Wellenlänge aufnehmen. Und zwar genau von der Wellenlänge, die CO2
nicht aufnehmen kann. Wäre also kein Methan in der Atmosphäre, könnte
die Infrarot-Strahlung dieser Wellenlänge, und somit auch die Wärme,
in den Weltraum abgestrahlt werden. Die Erde könnte Hitze abgeben. Kohlenstoffdioxid
ist bereits in hohen Konzentrationen in der Atmosphäre vorhanden, Methan
jedoch nicht. Jedes zusätzliche Kilo Methan in der Atmosphäre hat
deshalb einen viel stärker isolierenden Effekt als jedes zusätzliche
Kilo CO2.
Ein zweiter wesentlicher Aspekt ist, dass Methan viel kürzer in der Atmosphäre
bleibt als CO2, denn es wird schneller abgebaut.
Diese zwei Effekte – Absorptionskraft und Verweildauer in der Atmosphäre
– werden mit einer komplizierten Formel verrechnet. Ergebnis: Ein Kilo
Methan hat einen einundzwanzig Mal stärkeren Effekt auf das Klima als ein
Kilo CO2.