Günther Anders,

geb. Stern (1902-92), wurde nach seiner Rückkehr aus dem Exil 1950 zum schärfsten außerakademischen Kritiker der Technik. In seinem zweibändigen Hauptwerk, Die Antiquiertheit des Menschen, fragt er nach den Auswirkungen von Automatisierung und Rationalisierung auf das menschliche Wesen. Dieses hatte er in seiner Jugend in zahlreichen Aufsätzen zu bestimmen versucht und war dabei zu dem Schluss gelangt, es bestehe genau darin, dass der Mensch kein Wesen habe, sondern der Welt gegenüber frei und offen sei.
Im Pariser Exil fasst Anders seine Einsichten in zwei auf Französisch veröffentlichten Aufsätzen zusammen: Une interprétation de l’a postériori und Pathologie de la liberté. In letzterem taucht – als Karikatur der menschlichen Existenz überhaupt – auch die Figur des Nihilisten auf. Obwohl heute weitgehend vergessen, hat Anders mit seinen Aufsätzen stark auf den Existenzialismus Jean-Paul Sartres oder Albert Camus eingewirkt.


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