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Publish or perish?

Seit Jahren wird in Deutschland an den Universitäten herumgedoktert. Zwischenstand: 2 Exzellenzinitiativen, 9 Elite-Unis, dutzende Promotionsschulen, mehr Internationalisierung - und Geldmangel, Überstunden, Karriererisiken wie eh und je. Schlecht geht es hierzulande vor allem dem Rückgrat des akademischen Betriebs: dem Mittelbau. Lehrverpflichtung, Lehrstuhlarbeit, heimlicher Zwang zur Habilitation, zu wenige Juniorprofessuren und der alternativlose Karriere-K.o mit Anfang 40 machen die Universitätslaufbahn zum Lebensrisiko.

All das ist hinlänglich bekannt. Eher halboffiziell, aber nicht weniger dringend reformbedürftig ist hingegen jenes Mittelbau-Problem, das gerne auf den griffigen Slogan “publish or perish!” – zu Deutsch: publiziere oder stirb – gebracht wird. Dahinter verbirgt sich der betrübliche Umstand, dass nur, wer möglichst eifrig viel bedrucktes Papier ausgestoßen (und dabei im Zweifelsfall eher Masse statt Klasse produziert) hat, sich auch an den Fleischtöpfen der Wissenschaft laben darf. Ohne eine ansehnlich lange Publikationsliste, gespickt mit reichlich Impact-Faktoren, keine Berufung zu höheren Weihen!

Die inzwischen gängige Praxis – das Schielen nach Output und Impact, Masse statt Klasse – stellt das wissenschaftliche Selbstverständnis auf den Kopf: Während man einst einen Artikel schrieb, um einen wichtigen Befund mitzuteilen, ist heute das Schreiben und Veröffentlichen in Zeitschriften häufig nur noch Selbstzweck bzw. Mittel der Karriereplanung.

Wie wirkt sich diese Entwicklung auf die Arbeitsweise von Forscherinnen und Forschern aus? Bleiben wissenschaftliche Neugier und ergebnisoffenes Arbeiten möglicherweise auf der Strecke, wenn Forschungsthema und -design immer schon mit Blick auf die Publizierbarkeit der Ergebnisse konzipiert werden? Und welche Rückwirkungen hätte dies auf das “Unternehmen Wissenschaft”?
Ein mehrstündiger Workshop mit anschließender Podiumsdiskussion geht diesen Fragen – und möglichen Antworten bzw. Lösungen – am 26. Oktober im KörberForum Hamburg nach. Ein ausführliches (vorläufiges) Programm findet sich hier. Anmeldungen werden von der Körber-Stiftung entgegengenommen.

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