sciencegarden Blog

Ist Schönheit messbar?

Das 12. Berliner Kolloquium der Gottlieb Daimler- und Karl Benz-Stiftung befasst sich am 7. Mai in den Räumen der Konrad Adenauer-Stiftung (Tiergartenstraße 35) mit der Frage, ob sich Schönheit wissenschaftlich messen und bestimmen lässt. Mit von der Partie sind zahlreiche akademische Disziplinen. Manfred Spitzer bestreitet den Abendvortrag zum Thema aus der Sicht der Hirnforschung.

Studierende zahlen 25 Euro Tagungsgebühr.

Wer sich vorab informieren möchte, sollte dazu den sciencegarden-Artikel über Blondinen lesen.

 

Dicke Luft

In Mailand weht die zweitdreckigste Stadtluft in ganz Europa - noch größeren Hustenreiz verursacht nur noch Moskau. Im Westen liegt die Feinstaubmetropole bereist auf Platz eins der größten städtischen Dreckschleudern. In ökonomischer Hinsicht droht der berühmten Modestadt eher der Abstieg auf niedere Ränge, fürchtet die OECD. Man müsse sich allmählich Gedanken über eine tragfähige Zukunftsvision machen, heißt es in einem Territorial Review der Organisation.

Wer sich dieses Themas wissenschaftsjournalistisch annehmen will, der kann das auch bei uns tun: Der sciencegarden-Schreibwettbewerb "Die Stadt in Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft" läuft noch bis zum 30. April 2008.

Alle Informationen zum Wettbewerb gibt es hier!

"road pizza"

Das englischsprachige Urban Dictionary versammelt allerlei lustigen und unartigen Slang, zusammengetragen und kommentiert von Usern rund um den Globus.

Wer will, kann sich jeden Tag das "word of the day" zumailen lassen. Für den 2. März war das z.B. "road pizza" = a dead animal in the road, was allerdings ziemlich viele User uncool fanden. Bizarr, aber offenbar gut besucht ist auch der lexikoneigene Chat.

Und für Buchliebhaber ist das Ganze auch in der klassischen Variante erhältlich.

Blog-Tags: Sprache

Wenn Wissenschaft krank macht...

Vor zwei Jahren bereits berichtete sciencegarden über ein brandheißes Thema: Wenn Wissenschaft krank macht.

Bis heute hat sich an den Hochschulen allerings kaum etwas geändert. Das liegt auch am gesellschaftlichen Mainstream. Wer sich von morgens bis abends in der Arbeit aufreibt, noch dazu für so hehre Ziele wie Forschung und Fortschritt, genießt immer noch höchstes Ansehen - ganz gleich, ob seine Psyche dabei eingeht oder ob es sich beim wahrheitsfanatischen Wissenschaftsworkaholic gar um einen Mythos handelt.

Wie dem auch sei: Berichterstattung und Sensibilisierung tun Not! Sonst geht nicht nur unsere Wissenschafts-Elite ins Ausland, sondern den Daheimgebliebenen auch noch die Puste aus.

Immerhin ist das Thema jetzt auch bei den Großen angekommen: Herta Paulus schreibt auf FAZ.NET über Wissenschaftler als unfähige Chefs.

Blog-Tags: Wissenschaft

Alles neu macht der Februar!

Seit gestern ist es soweit: sciencegarden ist auf ein Content-Management-System (CMS) umgestellt. In der Kopfleiste des Magazins gibt es neue, leserfreundlichere Sparten, nach denen Sie alle Artikel gesondert sortieren können, z.B. "Hochschule" oder "Natur + Technik". Unter "Dossiers" stehen die bewährten Artikelsammlungen zu speziellen Themen, auch das Blog bleibt erhalten. Alle alten Artikel sind weiterhin erreichbar und bis 2005 bereits im neuen System erfasst, ältere Beiträge folgen in den nächsten Wochen. Dann gibt es an dieser Stelle auch eine neue, schlankere Wettbewerbsdatenbank.
Viel Spaß beim Stöbern wünscht im Namen der Redaktion Christian Dries

Blog-Tags: sciencegarden

Netz mit doppeltem Boden

Dass das Internet bisweilen arge Blüten treibt, ist hinlänglich bekannt. Dass man nicht allem trauen sollte, was man im Browserfenster liest, auch. Das gilt für Nachrichten ebenso wie freie Enzyklopädien à la Wikipedia (siehe sg-Artikel Wer nicht surft, bleibt dumm?). Doch wie man die größten Fallen sicher umsurfen kann, dürfte den wenigsten Durchschnittsusern bekannt sein, darunter leider auch viele angehende und gestandene Wissenschaftler, die mit dem neuen Medium, nun ja, eher "unbefangen" umgehen. Wer seine Sicherheit im Netz aufbessern will, kann bei ZEIT-Autor Albrecht Ude die wichtigsten doppelten Böden für ungetrübtes Netzvergnügen beziehen. Und im Gegensatz zur Printausgabe seines Artikels funktionieren im Web auch die Links.

Blog-Tags: Internet

Juristen zu Schlossern!

In der Süddeutschen Zeitung plädiert Ex-Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin, derzeit Ordinarius für Politische Theorie und Philosophie an der LMU München, für eine Aufwertung uns Ausweitung der Lehrberufe. In Deutschland fehlten nämlich keine Juristen, Architekten oder Medienwissenschaftler, sondern: Schlosser! Ein origineller Zwischenruf. Immerhin haben sich Deutschlands Bildungspolitiker gemeinsam in den Kopf gesetzt, unsere im europäischen Mittelfeld dümpelnde Akademikerquote zukünftig auf bis zu 50 Prozent hochzuschrauben - mit Hilfe des neuen Bachelor- und Master-Systems. Doch eben das, so Nida-Rümelins düstere Prognose, bewirke à la longue eine Dequalifizierung der höheren Bildungsabschlüsse und - in Kombination mit der krassen Unterfinanzierung der Hochschulen - einen neuen Bildungsnotstand. Aber nicht nur das: Einer "unheiligen Allianz aus Marktwirtschafts-Ideologie und Bildungsfeindschaft" sei darüber hinaus auch die Abwertung der Meister- und Gesellenprüfung geschuldet. Dabei böte gerade das Handwerk solide volkswirtschaftliche und individuelle Alternativen zu Studium und anschließender Prekarität, erst recht, wenn wir die Lehrberufe, wie Nida-Rümelin vorschlägt, mit wissenschaftlichen Bildungsinhalten anreichern und kräftig ausweiten würden. Eine Lanze für den "craftsman" bricht auch der amerikanische Star-Soziologe Richard Sennett, der in Deutschland vor allem durch seine Bücher über die Tyrannei der Intimität und den flexiblen Menschen bekannt ist. Nun hat der Muster-Schüler Hannah Arendts eine apologetische Hymne des Handwerks verfasst, in der er die Vorzüge des Herstellens preist. Unabhängig davon, dass Sennett in seinem jüngsten Druckwerk weit übers Ziel hinausgeschossen ist (und die Einsichten seiner akademischen Lehrerin stellenweise unterbietet), kündigen beide Hochschullehrer, Nida-Rümelin wie Sennett, eine zumindest rhetorische Aufwertung des Handwerks an. Den Hochschulen wird das alles wenig nutzen. Vielleicht sollte man sie konsequenterweise gleich ganz zu Höheren Berufsschulen umbauen. Dann muss man sich in Zukunft als arbeitsloser Philosoph nicht mehr von seinem Schlosser verspotten lassen. Stattdessen streitet man mit ihm über die Platon-Kritik von Aristoteles - und solange er sein Handwerk versteht, soll mir das eigentlich nur recht sein.

sciencegarden startet Schreibwettbewerb für junge Talente!

Seit dem 1. Februar läuft der sciencegarden-Schreibwettbewerb für junge Talente. Die Redaktion ruft junge NachwuchswissenschaftlerInnen und -journalistInnen auf, spannende Reportagen und Berichte zum Thema "Die Stadt in Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft" bis Ende April 2008 einzureichen. Neben einer Veröffentlichung auf sciencegarden werden die besten Beiträge mit Buchpreisen ausgezeichnet. Alle Informationen zum Wettbewerb und zu den Teilnahmebedingungen gibt es hier.

Blog-Tags: sciencegarden

sciencegarden im Februar/März

Die neue Ausgabe von www.sciencegarden.de ist online!

Wir berichten unter anderem über den studentischen Arbeitsplatz Nr. 1, die Kneipe, und von einer Tagung über Emotion und Wissenschaft. Lesen Sie dazu auch den Mannheimer Literaturwissenschaftler Jochen Hörisch im Interview. Er meint: "Die Uni muss sexistisch sein."

Darüber hinaus haben wir zwei Buchbesprechungen im Angebot - zum neu aufgelegten Klassiker "Uni-Angst und Uni-Bluff" von Wolf Wagner und einem PR-Produkt aus dem Hause der INSM.

Unser Hintergrundbeitrag beschäftigt sich ausführlich mit möglichen Quellen und Ansatzpunkten für einen echten muslimisch-christlichen Dialog.

Die Redaktion wünscht anregende Lektüre!

Blog-Tags: sciencegarden

Mini-Elefant entdeckt

In unserem Bericht über das Berliner Naturkundemuseum haben wir unlängst den possierlichen Rüsselspringer vorgestellt. Nun haben Forscher der Kalifornischen Akademie der Wissenschaften in San Francisco in Tansania eine weitere Variante dieser Art entdeckt: Das Rüsselhündchen, das auf den reichlich schrägen lateinischen Namen "Rhynchocyon udzungwensis" hört. Es ist mit dem Elefanten, mit dem es den langen Rüssel gemeinsam hat, stärker verwandt als mit Spitzmäusen.
Blog-Tags: Biologie

Videowettbewerb für junge Geoforscher

Als Beitrag zum Internationalen Jahr des Planeten Erde startet das Geo-Portal planeterde.de in Kooperation mit dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung Bremerhaven (AWI) und dem GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) am 1. Februar den offenen Video-Wettbewerb "Geoforschung unplugged".

Interessierte aus allen Bereichen der Geoforschung haben bis zum 30. April 2008 Gelegenheit, ihr persönliches Video einzuschicken. Alle Beiträge werden auf planeterde.de nach kurzer Prüfung veröffentlicht. Die zehn besten Filme werden mit einem Buchpreis prämiert.

Weitere Informationen zum Wettbewerb gibt es auf der Homepage von planeterde.de bzw. hier.
Blog-Tags: Wettbewerbe

Deutschland sucht den Superdoktor

Der Countdown läuft: Am 1. März ist Einsendeschluss für den Deutschen Studienpreis (DSP) der Körber-Stiftung. Der richtet sich in diesem Jahr erstmals ausschließlich an Promovierte aller Fachrichtungen, die im letzten Jahr ihre Dissertation abgeschlossen haben - magna oder summa cum laude vorausgesetzt. Wer die hochkarätige Jury durch seine Arbeit, die Fachgutachten und einen Essay, der die gesellschaftliche Relevanz der eigenen Forschung betont, beeindruckt, hat die Chance auf einen von insgesamt drei ersten Preisen - dotiert mit jeweils 30.000 Euro. Damit ist der Studienpreis, der vor über zehn Jahren als Motivator für kreative, aber noch nicht graduierte Jungforscher begann, der am höchsten dotierte Dissertationspreis in Deutschland. Zu den Teilnahmebedingungen geht es hier.

"Die Oberfläche ist die Membran..."

Zu den ganz dollen Spielzeugen im uferlosen Web 2.0-Sandkasten gehört zweifelsohne das Videoblog, Im Jargon auch Vlog genannt. Immer mehr Menschen frönen der Leidenschaft des "Vlogging". Darunter meist skurrile Spaßvögel wie Web-Star Toni Mahoni, Klaus Bueb und sein Spinweb-TV oder ganz gewöhnliche Leute, die mehr oder weniger lustiges Zeug auf Video-Plattformen uploaden.

Seit einiger Zeit hat es nun auch die Seriösen erwischt, das Stammpersonal journalistischer Sturmgeschütze und Bollwerke wie Spiegel oder ZEIT.

Im Vlog des ZEIT-Online-Chefs Gero von Randow wird über das, was grade so anliegt, locker-flockig geplaudert. Über Wesen und Erscheinung zum Beispiel ("die Oberfläche ist die Membran"), den amerikanischen Wahlkampf oder Börsencrashs. Außerdem unterweist der Meister seine Online-Fangemeinde persönlich in buddhistischen Lächelübungen. Jawohl, denn wer ein paar Mal am Tag in von Randows kleine Lächelschule gegangen ist, dem geht es gleich schon viel besser.

Man mag über den Sinn und insbesondere den Informationsgehalt solcher Vlogs geteilter Meinung sein. Vielleicht sind das auch falsche Maßstäbe. Es geht nicht im Information, sondern Unterhaltung. Und naturgemäß gibt es da eine Menge Schund und Dilettantismus - auch (und vielleicht gerade) bei den seriösen Größen, die im Printgehege aufgezogen wurden.

Dennoch frage ich mich: Müssen von Randow und Kollegen uns wirklich mit Web-Videos beglücken, die vor allem ihre eigenen Schwächen offenbaren? Einmal mehr gilt: Hättest Du geschwiegen, wärst Du Philosoph geblieben! Das trifft vor allem für die Vlog gewordene Eitelkeit des geschassten Spiegel-Kulturchefs Matthias Matussek zu, den ZEIT-Kolumnist Harald Martenstein wiederum unlängst kongenial parodierte.

Womit wir auch das existenzialistische Blog-Dauerthema Referentialität abgehandelt hätten, vulgo: In der Blogosphäre schreibt (oder filmt) jeder über jeden, sich selbst und zurück. Das ist nicht schlimm und macht die Blogosphäre wesentlich (und nicht bloß oberflächlich) aus. Auf die albernen Vlogs der Seriösen hingegen könnte sie ganz gut verzichten – und wir mit ihr.

Blog-Tags: Internet

Aktion Schönere Sprache 2008

Mal ehrlich: Wer von uns, der in Studium, Beruf oder Freizeit den Umgang mit Worten pflegt, klagt nicht gelegentlich über grassierenden Sprachverfall? Damit wir alle in diesem Jahr einen Beitrag dazu leisten, dass es besser (oder nicht noch schlimmer) wird, ein unterhaltsamer und inspirierender Linktipp für den Schreibe-Alltag: Verben für die Welt (Für Verbliebhaber: Man kann sogar Mitglied werden und darf dann genau einen eigenen Vorschlag einreichen).

Schreiben lernen

Die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) bietet talentierten NachwuchsjournalistInnen im Rahmen ihrer Journalisten-Akademie anspruchsvolle Förderung - von Schnupperkursen für Schülerzeitungsmacher bis zur studienbegleitenden Ausbildung. Und ein hochwertiges Alumni-Netzwerk dazu. Zu den Bewerbungsunterlagen (und Teilnahmevoraussetzungen) geht es hier.
Blog-Tags: Stipendien
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