sciencegarden Blog

Neue Ausgabe: Schwärme

Liebe Leserinnen und Leser,

die neue Ausgabe von sciencegarden ist online!
In diesem August mit dem Schwerpunkt "Schwärme".

Wenn Touristen im winterlichen Rom auf der Spanischen Treppe stehen und ihren Blick über die Ewige Stadt schweifen lassen, dann sind viele "Ahs!" und "Ohs!" zu hören. Oft gelten die Begeisterungsrufe den Staren, die sich über der Stadt sammeln und im Schwarm fantastische Formationen bilden: eine fließende, konzentrierte Bewegung wie bei einer Lavalampe. Kein Dirigent steuert die Bewegung der Gesamtheit. Es passiert alles wie von selbst. Auch andere Tiere folgen in der Masse scheinbar einer Geisterhand. Genau das fasziniert Wissenschaftler: Wie geht das? Und warum?

Auf diese und andere Fragen haben unsere Autorinnen und Autoren - allesamt Studierende des Studiengangs Online-Journalismus an der Hochschule Darmstadt - Antworten gesucht.

Bei ihren Recherchen stießen sie nicht nur auf Zoologen, sondern auch auf Informatiker, die nach dem Vorbild der Natur ihre Software gestalten. Und sie befragten Sozialwissenschaftler und Philosophen, ob sich Menschen überhaupt wie Schwarmtiere verhalten. Herausgekommen ist ein abwechslungsreiches Multimedia-Dossier in drei Rubriken.

Außerdem ändert sciencegarden ab diesem Sommer erneut seinen Erscheinungsrhythmus. Neben den gewohnten Startausgaben zu Monatsbeginn, darunter auch die bei Leserinnen und Lesern besonders beliebten Dossiers, veröffentlichen wir einzelne Beiträge zwischendurch.

Viel Spaß bei der Lektüre
wünscht im Namen der Redaktion

Christian Dries

Akademischer Kapitalismus

In einem Radiogespräch mit dem Gründer des Berliner Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, Hellmut Becker, sagte der Philosoph und Soziologe Theodor W. Adorno vor über 40 Jahren einmal Folgendes:

„Also ich bin völlig der Ansicht, daß der Wettbewerb ein im Grunde einer humanen Erziehung entgegengesetztes Prinzip ist. Ich glaube im übrigen auch, daß ein Unterricht, der sich in humanen Formen abspielt, keineswegs darauf hinausläuft, den Wettbewerbsinstinkt zu kräftigen.“

Und weiter: „Ich kann mich nicht erinnern, daß in meiner eigenen Entwicklung [...] der sogenannte agonale Trieb jene entscheidende Rolle gespielt hat, die ihm zugemutet wird. Das ist im Schulfall eines jener Mythologeme, von denen unser Erziehungssystem nach wie vor voll ist.“

Der Dialog zwischen Becker und Adorno trägt den deftigen Titel "Erziehung zur Entbarbarisierung". Übertragen auf den gegenwärtigen Zustand unserer bolognesierten Elite-Universitäten ist dieses Pathos auch heute noch angebracht. Wir haben die Wahl: zwischen der Barbarei eines ellenbogenbewehrten "akademischen Kapitalismus" (Richard Münch) oder dem Kampf um freie und pluralistische Universitäten, die diesen Namen auch verdienen. "Bologna" ist gescheitert. Machen wir es schleunigst wieder rückgängig!

Sommer, Sonne, Stau

Der Sommerurlaub steht vor der Tür und die Karawane macht sich wieder auf den Weg - in diesem Jahr mit erheblichen Mehrkosten für Auto- und Flugbenzin. Endlich!

Da die Mehrheit der Deutschen offensichtlich nur dann zu ökologisch verantwortungsbewusstem Verzicht zu bewegen ist, wenn man ihnen den Geldbeutel fleddert, kann der Ölpreis gar nicht hoch genug sein.

Für alle, die bewusst zu Hause bleiben, sei der rumänischstämmige Aphoristiker und Misanthrop E. M. Cioran als Baggerseelektüre ans Herz gelegt. Zum Beispiel dessen "Aufzeichnungen aus Talamanca", unlängst erschienen im neu gegründeten weissbooks-Verlag des Ex-Suhkamp-Lektors Rainer Weiss.

Neben schwärzesten Selbstbezichtigungen bietet Cioran, der 1995 in Paris verstarb, geschliffene Miniaturen über die spanischen Insulaner, den Zusammenhang von Klima und Psyche und über die Verderbtheit der westlichen Zivilisation. Womit wir wieder beim Thema wären - Kostprobe?:

"Das Auto, das Flugzeug, der Transistor, auf das Erscheinen dieser Trinität können wir das Verschwinden der letzten Spuren des Paradieses datieren. jeder Mensch, der einen Motor auch nur berührt, beweist, daß er ein Verdammter ist."

In diesem Sinn: schönen Urlaub!

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Zitat des Tages

"Die Wissenschaft ist eine Kuh
Sie macht: muh
Ich sitze im Hörsaal und höre zu!"

Walter Benjamin (1892-1940)
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The times they are a-changin'?

"Um an der Universität vorwärtszukommen, also etwa vom Assistant Professor zum Ordninarius befördert zu werden, etc. muß man publizieren. Dieser Publikationszwang liegt hier auf allen wie ein Alpdruck. Die akademischen Zeitschriften sind vollgestopft mit Quatsch, an den der Autor auch nicht glaubt, der aber notwendig ist für Karriere. Keine dieser Zeitschriften zahlt je einen roten Heller; sehr wenige von ihnen werden gelesen. Ein Ausweg ist nur, statt ein Buch zu schreiben, sich ein Buch von anderen schreiben zu lassen und Editor zu werden. [...] Auch dies ist kein Schwindel, weil es allgemein üblich ist."

Ein aktuelles Statement zur Lage der Wissenschaft im Jahre 2008? Exakt!

Geschrieben am 15. November 1953 in einem Brief Hannah Arendts an ihren akademischen Lehrer und Freund Karl Jaspers.

Seit über 60 Jahren leiden alle an derselben Malaise - geändert hat sich nichts. Dabei gäbe es durchaus Möglichkeiten, dem Publikationszwang zu entrinnen.

Parallelen (II)

In ihrer dickleibigen Studie über das Verhältnis zwischen der jüdischen Denkerin Hannah Arendt und dem vielleicht deutschesten aller Philosophen, Martin Heidegger, beschreibt Antonia Grunenberg an einer Stelle, wie sich die Studienbedingungen unter den Nationalsozialisten - in Freiburg mit ausdrücklicher Zustimmung des Kurzzeitrektors Heidegger - wandelten:
"Das Studium war [...] verschult worden und, neben den schon immer üblichen Unterteilungen in Vorlesung, Übung, Pro- beziehungsweise Oberseminar, in Unter-, Mittel- und Oberstufe aufgeteilt worden. Mehrfach mussten die Studenten während ihres Studiums in Arbeits- und Wehrsportlager gehen [...]." (S. 192; A. G.: "Hannah Arendt und Martin Heidegger")
Ein böser Schelm, wer – politisch unkorrekt – Parallelen zu Credit Points, (unbezahlten) Praktika und Softskill-Trainings zieht und bei der europaweit organisierten Erziehung zur Müdigkeit und zum Konformismus an "Bologna" 2008 denkt statt an Berlin 1933...?
Der Vergleich mag anstößig klingen. Er ist es nicht. Oder will man "Bologna", dessen Kernelemente ausschließlich auf Unternehmerinteressen zugeschnitten sind, tatsächlich als modernisierte Fassung humanistischer (Persönlichkeits-)Bildung begreifen - Humboldt reloaded sozusagen?
"Bologna" hat so gut wie alle seine Ziele verfehlt, und gerade die (deutsche) Wirtschaft, für die man das alles angerichtet hat, fremdelt mit dem neuen Bachelor!
Fehlt jetzt eigentlich nur noch die Einführung von Pflichtsport ab dem 2. Semester. Von wegen gesunder Körper in einem gesunden Geist und so...

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Gesucht: Professoraler Humor

Harold Marcuse ist nicht nur der Enkel von Herbert Marcuse, seines Zeichens Kritischer Theoretiker der ersten Stunde und gefeierter Starphilosoph der weltweiten 68er-Bewegung, sondern auch Professor für Geschichte an der University of California (Santa Barbara).

Was er von Studenten hält, die sich mit ihm über ihre Zensuren kabbeln wollen (engl. ,to bicker‘), hat er auf seiner informativen Homepage unmissverständlich klar gemacht – und damit ein (grün) leuchtendes Beispiel für professoralen Humor gestiftet, dass an Deutschlands bierernsten Eliteuniversitäten seinesgleichen sucht.

Hinweise auf löbliche Ausnahmen dringend erbeten!

Blog-Tags: Hochschule

Juni/Juli: Die neue Ausgabe ist da...

... mit den Siegerbeiträgen des sciencegarden-Schreibwettbewerbs "Die Stadt in Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft".
Unsere Gewinner, zwei Männer und zwei Frauen, haben sich dabei vor allem um die Zukunft gekümmert und Reportagen und Berichte zur Statdentwicklung verfasst. Dabei präsentieren sich die porträtierten Städte als Dauerbaustellen, auf denen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sich permanent überlagern und durchmischen.

Alle Texte des sciencegarden-Schreibwettbewerbs seit dem 1. Juni auf www.sciencegarden.de.

Darüber hinaus haben wir einen Bericht aus Venezuela im Programm: Joachim Jachnow schreibt über städtische Moloche und ein prämiertes Video, das die Stadt als naturverschlingendes Monster zeigt. Im Interview mit Birgit Milius spricht Prof. Manfred Wermuth von der TU Braunschweig über Innenstädte und Autos.

Und zum ersten Mal in sciencegarden: ein Comic der Berliner Künstlerin und Illustratorin Nastasja Keller! Sie ist in die Stadt der Zukunft gereist - und nicht angekommen...

Viel Vergnügen!

Blog-Tags: sciencegarden

Freie Fahrt aufs Abstellgleis...?

Nach langen Verhandlungen zwischen den Koalitionsparteien in Berlin ist es nun so weit: Die Deutsche Bahn geht an die Börse, zumindest teilweise.

Der Studienpreisträger und sciencegarden-Autor Tim Engartner hat darüber und über die Sünden der Privatisierer eine erhellende Doktorarbeit geschrieben, die soeben im VS-Verlag erschienen ist: "Die Privatisierung der Deutschen Bahn. Über die Implementierung marktorientierter Verkehrspolitik."

Engartners Arbeit ist ein Plädoyer gegen die neoliberale Wettbewerbslogik im Bereich der öffentlichen Güter - und gehört ins Regal nicht nur von Verkehrspolitikern. Am Beispiel der gescheiterten Bahnprivatisierung in England zeigt Engartner auf, wieso wir dem Börsengang besser eine Absage erteilt hätten.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Deutsche Bahn demnächst nicht aufs Abstellgleis gerät oder - wie unlängst in Neuseeland geschehen - vom Staat wieder zurückgekauft werden muss. Aber das wäre dann wohl nicht das Schlimmste.

sciencegarden-Schreibwettbewerb: Jurierung läuft

Die Ausschreibung zum sciencegarden-Schreibwettbewerb ist beendet. Ab jetzt läuft das Jurierungsverfahren. Wir danken allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die uns abwechslungsreiche und interessante Beiträge zum Thema "Die Stadt in Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft" geschickt haben. Diejenigen unter ihnen, die eine Runde weiter gekommen sind, werden von uns demnächst benachrichtigt. Fürs Finale heißt es dann noch einmal feilen und nachjustieren. Den oder die Sigertext(e) lesen sie ab dem 01. Juni auf der Startseite von sciencegarden.

TeilnehmerInnen, deren Beiträge wegen einer technischen Panne mit der Einreichungsmailadresse nicht rechtzeitig eingetroffen sind, können noch bis zum 10. Mai nachreichen.

Blog-Tags: Wettbewerbe

sciencegarden-Schreibwettbewerb: verlängerte Einreichungsfrist!

Bedauerlicherweise hat die Mailadresse für den sciencegarden-Schreibwettbewerb vorübergehend nicht funktioniert. Wir bitten um Entschuldigung und fordern alle TeilnehmerInnen dazu auf, Ihre Texte sicherheitshalber nochmals einzureichen.
Auch Texte, die nach dem 30. April bei uns eingehen, werden noch berücksichtigt.

Der Countdown läuft...

...in fünf Tagen ist Einsendeschluss beim sciencegarden-Schreibwettbewerb für Nachwuchstalente.
Wer dazu noch last minute ein paar Anregungen braucht, wird vielleicht auf dieser Webseite des Theodolinden-Gymnasiums München fündig.

Viel Erfolg!

2. Halbzeit...

Die Hörisch-Affäre ist in die zweite Halbzeit gegangen. Nach Jochen Hörischs Antwort auf Burkhard Müllers Antwort auf die offene Mail Hörischs hat nun wiederum Burkhart Müller - eher versöhnlich - auf Hörisch geantwortet.

Eine amüsant zu lesende, pointierte Version dieser ganzen unschönen und kuriosen Angelegenheit bietet inzwischen auch das Gesellschaftsmagazin Dummy in seinem Blog - im Stil einer Fußballreportage.

Und die Moral von der Geschicht'? Nicht nur, dass wieder einmal (auch mit diesem Blogeintrag) eindrucksvoll bestätigt worden ist, wie selbstreferenziell das Internet ist. Das liegt nun einmal in der Natur der Sache. Nein, Hörisch und Müller haben einem ernsthaften und berechtigten Anliegen, der lange überfälligen Eröffnung eines Forums für Kritikerkritik, mit ihrer Debatte mindestens so genutzt wie geschadet.

Der Ton, den die beiden Kontrahenten anschlagen, und der oft besserwisserische, ja fast kindische Streit um philologische, literaturwissenschaftliche und sonstige (In-)Kompetenzen weckt schlimmste Befürchtungen. Beides erinnert an die unsäglichen, persönlich diffamierenden Auseinandersetzungen, nein: Kindereien in Teilen der (gehobenen) Bloggerszene. Dort wird auf harsche Kritik erschreckend rasch und gedankenlos mit Beleidigungen reagiert und auf sachlich angemessene Vorwürfe mit Ignoranz. Ein flüchtiger Blick in beliebige Ausschnitte der Blogosphäre genügt, um sich von dieser Art der Diskussionsführung und Meinungsbildung abschrecken zu lassen.

Wenn also schon ein Forum für Kritikerkritik, dann bitte eins mit Türsteher, der die Debattanden davor schützt, das Internet als Medium zu missbrauchen, in dem beinahe alles gesagt werden darf. Sonst haben wir in der Sache keine Gegenöffentlichkeit, sondern nur die Fortsetzung des Feuilletonkriegs mit anderen, womöglich noch drastischeren Mitteln.

Blog-Tags: Zeitgeist

Megastädte...

...sind zutiefst verwundbar. Das erfuhr die japanische Stadt Kobe, gemeinsam mit Osaka die nach Tokio zweitgrößte Metropole Japans, am 17. Januar vor dreizehn Jahren schmerzlich, als die Region an der Osaka-Bucht 20 Sekunden von einem gewaltigen Erdbeben heimgesucht wurde. Die Bilanz: über 6.000 Tote und 44.000 Verletzte, 300.000 Obdachlose und 100.000 völlig zerstörte Gebäude. Geschätzter Schaden: 100 Mrd. US-Dollar.

Und das war Glück im Unglück: Denn als das Beben um 05:45 Uhr Ortszeit tobte, steckten tausende Menschen noch in den Federn - und nicht bereits in Büros, Schulen, Ministerien... Unvorstellbar die Katastrophe, hätte es sich zwei, drei Stunden länger Zeit gelassen.
Zu den mittelbaren Folgen des Bebens gehörte übrigens auch der Zusammenbruch der Barings Bank, deren Mitarbeiter Nick Leeson hohe Summen auf Nikkei-Optionen gesetzt hatte. Als der Nikkei-Börsenindex am Tag des Bebens um 1000 Punkte fiel, verlor Leeson 400 Millionen britische Pfund. Wenig später ging die traditionsreiche britische Investmentbank mit Verlusten von insgesamt 1,4 Mrd. US-Dollar Pleite.

Wer mehr über die Megastadt Kobe und ihre Probleme als Millionenmetropole erfahren will, kann sich in einem ausführlichen Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung informieren - oder am besten gleich einen eigenen Beitrag zum sciencegarden-Schreibwettbewerb verfassen. Am 30. April ist Einsendeschluss!

Blog-Tags: Gesellschaft | Stadt&Land

Die Hörisch-Affäre...

...köchelt weiter. Gestern antwortete der preisgekrönte Buchautor Georg Klein auf den offenen Brief, den Jochen Hörisch als Reaktion auf die Rezension seines neuesten Buches durch den Literaturkritikers Burkhard Müller in der Süddeutschen Zeitung (nachzulesen bei buecher.de) per Mail an alle möglichen Kulturjournalisten verschickt und zur beliebigen Veröffentlichung freigegeben hat. Nun hat sich auch Müller selbst zu Hörischs harschem Brief geäußert.

Was zunächst wie ein berechtigtes Aufbegehren gegen die nicht immer gewissenhafte, manchmal selbstherrliche und egozentrische Kritikerkaste aussah und als Appell zu mehr Sachlichkeit und weniger persönlichen Angriffen auch meine Zustimmung fand, zeigt nun mehr und mehr befremdliche Züge.

Natürlich gibt es unter Kritikern schwarze Schafe, und nicht selten läuft die Herde den publizistischen Leithammeln nach, so dass anders lautende Bewertungen kaum mehr durchdringen. Das ist für den Autor bedauerlich.

Ein paar kritische Fragen an denselben drängen sich im konkreten Fall, der sich zur Affäre ausgewachsen hat, aber doch auf: Mindestens die, ob es klug war, in so scharfer Weise auf eine Buchkritik zu antworten, und das dann sowohl via Mailverteiler als auch durch die Aufzählung vermeintlicher Fehler des Rezensenten, die als Bumerang zurückkommen mussten - handelt es sich bei Müller doch durchaus um einen sachkundigen Sprachwissenschaftler!

Auch hat der für seine Polemik gefürchtete, aber meist geschätzte Hörisch den Ton schon besser getroffen. Ein astreines Eigentor hat er mit der Bezugnahme auf eine vier Jahre zurückliegende SZ-Kritik geschossen, die ebenfalls seinen Unmut hervorrief. Souveränität sieht anders aus.

Fazit: In der webbasierten Wissensgesellschaft ist Gegenwehr möglich, aber auch gefährlich. Das Internet vergisst nichts. Schlechte Kritiken genauso wenig wie missratene Reaktionen. Hörisch weiß, dass gerade die Wissenschaft von öffentlichen Diskussionen lebt. Daraus kann man in diesem und anderen Fällen nur den Schluss ziehen: Wer sich ihr in Buchform aussetzen will, sollte seine Gedanken mehr als bisher in Freundes- und Kollegenkreisen durchsprechen, bevor er sie drucken lässt. Darüber hinaus hilft nur Gelassenheit.

Blog-Tags: Literatur | Zeitgeist
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