Operation Walküre
Brian Singer ist ein guter Filmemacher, und seine "Operation Walküre" ist gelungen. Der Film wird bis in die Hinterwelten das Wissen verbreiten, dass die Deutschen ein Volk von Hitler-Anhängern waren. Aber aus diesem Volk heraus wurden allein 15 nachgewiesene Attentate auf den Diktator verübt; und auch wenn sie misslangen, es gab ethisch motivierten Widerstand, von ganz unterschiedlichen Weltanschauungen motiviert. Und das wissen außerhalb von Deutschland nicht viele. Peter Hoffmann, der beste Kenner und Biograph von Stauffenbergs, hat sich positiv über den Film geäußert, Fakten werden also nicht "verzerrt". Der Film vermittelt durchaus Wissen, ist dabei aber zugleich enorm spannend. Den Unterschied zwischen Kognition und Emotion macht er überdeutlich: Jeder weiß, wie es ausgeht, am Ende des Films ist der Zuschauer aber doch bestürzt: Es war so knapp! Es hat so wenig gefehlt! Tom Cruise, so umstritten er sein mag, sieht von Stauffenberg nicht nur sehr ähnlich. Er fällt in Singers Film auch nicht durch over-acting auf. Er bleibt in seiner Rolle -- wie das historische Vorbild -- angenehm undurchsichtig. Auf Hoffmanns Biographien über Graf von Stauffenberg macht der Film neugierig, jetzt will man es genauer Wissen: ob aus der 700 Seiten Vollversion oder der 100-seitigen zum Einstieg.




