Museum der Nachdenklichkeit

Wer schon immer einmal ins schönste Museum der Welt wollte, der kann jetzt in Köln aussteigen. Gemeint ist nicht der Kölner Dom (mit den schönsten Kirchenfenstern der Welt, Gerhard Richter sei Dank), sondern das einen Steinwurf weiter gelegene neue Dommuseum "Kolumba". Der Architekt Peter Zumthor hat um die Ruine einer uralten Kapelle herum ein Haus entworfen, das seine Besucher in meditative Ruhe versetzt. Alles ist hier überzeitlich. Statt vieler Kunstwerke auf wenig Raum, wie es der neue Trend der Best-of-Art-Shows diktiert, sind wenige Werke in großen Räumen verteilt. Und dies, fast wie auf den Gemälden von Raffael, in vollkommener Harmonie: Architektur, Kunstwerke, selbst der Ausblick sind wunderbar. Zwischen Mittelalter und Andy Warhol ist auch zeitlich der Raum weit. Wer den grandiosen Bau verlässt, steht mitten im quirligen Zentrum der Stadt. So ähnlich muss sich die Vertreibung aus dem Paradies angefühlt haben.
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