Bildung und Hochschule
Verfassungswidriger Eingriff in die Wissenschaftsfreiheit
31. August 2011 - 7:00 | Autor:
Jens Halfwassen
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Meinungen
Der Welt entrückt im Paradies der Mathematiker
31. Juli 2010 - 9:18 | Autor:
Christian Fleischhack
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Berichte
„Es gibt keine Professionalisierung im Universitätsmanagement“
9. März 2010 - 23:00 | Autor:
Moritz Trebeljahr
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Meinungen
Wider den mathematischen Analphabetismus
26. Oktober 2009 - 13:59 | Autor:
Svenja Frank
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Berichte
Im Reform-Schlamassel von Bologna droht die Frage unterzugehen, was eigentlich die Universitäten waren und vor allem sein sollten. Der Marburger Emeritus Reinhard Brandt meint, sie seien die Voraussetzung der Demokratie überhaupt. Einige grundlegende Gedanken aus seinem neuen Buch.
„Der Vorwurf, meine Doktorarbeit sei ein Plagiat, ist abstrus. Ich bin gerne bereit zu prüfen, ob bei über 1.200 Fußnoten und 475 Seiten vereinzelt Fußnoten nicht oder nicht korrekt gesetzt sein sollten und würde dies bei einer Neuauflage berücksichtigen.“
Das Landeshochschulgesetz Baden-Württemberg schreibt die Akkreditierung der durch Bologna neu eingeführten BA- und MA-Studiengänge bei einer „anerkannten Stelle“ vor. Diese Vorschrift ist in mehrfacher Hinsicht verfassungswidrig und damit nichtig – meint der Heidelberger Philosophie-Ordinarius Jens Halfwassen.
Kommilitonen werden „Mitschüler“ genannt, die Universität auch manchmal „Schule“: Das Durchschnittsalter in den Masterstudiengängen sinkt. Dass die Beschleunigung des Studiums ungute Folgen hat, zeigt sich inzwischen deutlich.
Der Freiburger Emeritus Wolfgang Eßbach ist einer der schärfsten Kritiker des Bologna-Prozesses. Für den Ausschuss für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern verfasste er im letzten Jahr eine Stellungnahme – genauer: eine fulminante Abrechnung.
„Publish or perish“ – Die Hamburger Körber-Stiftung diskutierte mit Experten und Betroffenen kontrovers über den Publikationszwang in der Wissenschaft.
Kritik am sogenannten Reformprozess von Bologna ist allerorten zu vernehmen. Doch mit einer Reform der Reform ist es kaum getan. Der Philosoph Slavoj Žižek sieht viel tiefergehende Ursachen am Werk. Gerade die politische Linke sollte sich deren bewusst sein.
„Wie willkommen ist der Nachwuchs?“ fragte sich die Hamburger Körber-Stiftung und debattierte zwei Tage lang mit Wissenschaftspolitikern, Forschungsförderern und Betroffenen über Chancen junger Forscherinnen und Forscher. Die stehen, so das Ergebnis, gar nicht schlecht – vor allem für die Besten der Besten.
Seit Humboldt ist die deutsche Universität im Besitz der Professorenschaft. Ihre Fixierung auf Fachwissen erzeugt die Verschulung und Überfrachtung der BA-Studiengänge – nicht Bologna. Raum für Kreativität und problembasierte, aktivierende Projekte wäre die Lösung.
In Oxford gibt es Räume, in denen sich Professoren und Studenten noch mit-
und nicht nur übereinander unterhalten. Auch das macht die Universitätsstadt
zu einem Mekka der Moderne.
Oberwolfach ist kein Steuergeld verschleuderndes Wellnesscenter
für urlaubssüchtige Mathematiker. Oberwolfach ist abgeschieden und puritanisch. Und vielleicht gerade deswegen ein weiteres Mekka der Moderne?
Von der Weltöffentlichkeit kaum wahrgenommen unterhalten die Vereinten Nationen
in Tokio eine Weltuniversität. In einem weiteren Kapitel aus „Mekkas der Moderne“
trifft Hilmar Schmundt auf deren Rektor und dessen Berater.
Im Dezember bekam Rudolf Steinberg für seine Reformen als Präsident der Universität
Frankfurt den Hessischen Verdienstorden verliehen. Mit
sciencegarden
sprach er über Universitäts-Manager, die Bachelorisierung des deutschen Hochschulwesens
und akademische Michelin-Sterne.
„Verdammt!“
Der Flügel weist in die falsche Richtung. Zweifel ausgeschlossen. Und so fliegt
ein weiterer Origami-Pegasus in den Papierkorb. Das Symbol der Dichtung als
geometrische Faltung. Einfach ist es bestimmt nicht, Literatur mit mathematischer
Präzision zu verbinden.
In
Istanbul soll eine deutsch-türkische Universität entstehen. Das Vorzeigeprojekt
der „Ernst-Reuter-Initiative“, mit dem Berlin und Ankara sich um interkulturelle
Verständigung bemühen, soll im Wintersemester 2010/2011 starten. Die Finanzierung
der Spitzenuniversität ist allerdings noch nicht ganz geklärt.