Bildung und Hochschule

Wozu noch Universitäten?

Reinhard Brandt: „Wozu noch Universitäten?“ Im Reform-Schlamassel von Bologna droht die Frage unterzugehen, was eigentlich die Universitäten waren und vor allem sein sollten. Der Marburger Emeritus Reinhard Brandt meint, sie seien die Voraussetzung der Demokratie überhaupt. Einige grundlegende Gedanken aus seinem neuen Buch.

Raus aus dem Elfenbeinturm

„Das befreite Wort“ „Der Vorwurf, meine Doktorarbeit sei ein Plagiat, ist abstrus. Ich bin gerne bereit zu prüfen, ob bei über 1.200 Fußnoten und 475 Seiten vereinzelt Fußnoten nicht oder nicht korrekt gesetzt sein sollten und würde dies bei einer Neuauflage berücksichtigen.“

Verfassungswidriger Eingriff in die Wissenschaftsfreiheit

Prof. Dr. Jens Halfwassen Das Landeshochschulgesetz Baden-Württemberg schreibt die Akkreditierung der durch Bologna neu eingeführten BA- und MA-Studiengänge bei einer „anerkannten Stelle“ vor. Diese Vorschrift ist in mehrfacher Hinsicht verfassungswidrig und damit nichtig – meint der Heidelberger Philosophie-Ordinarius Jens Halfwassen.

Jetzt kommen die Kinder

Kommilitonen werden „Mitschüler“ genannt, die Universität auch manchmal „Schule“: Das Durchschnittsalter in den Masterstudiengängen sinkt. Dass die Beschleunigung des Studiums ungute Folgen hat, zeigt sich inzwischen deutlich.

Schluss mit Uni bolognese!

Wolfgang Eßbach Der Freiburger Emeritus Wolfgang Eßbach ist einer der schärfsten Kritiker des Bologna-Prozesses. Für den Ausschuss für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern verfasste er im letzten Jahr eine Stellungnahme – genauer: eine fulminante Abrechnung.

Weniger ist mehr!

„Publish or perish“ – Die Hamburger Körber-Stiftung diskutierte mit Experten und Betroffenen kontrovers über den Publikationszwang in der Wissenschaft.

Economy as ideology

Slavoj Žižek Kritik am sogenannten Reformprozess von Bologna ist allerorten zu vernehmen. Doch mit einer Reform der Reform ist es kaum getan. Der Philosoph Slavoj Žižek sieht viel tiefergehende Ursachen am Werk. Gerade die politische Linke sollte sich deren bewusst sein.

Steinige Königswege

„Wie willkommen ist der Nachwuchs?“ fragte sich die Hamburger Körber-Stiftung und debattierte zwei Tage lang mit Wissenschaftspolitikern, Forschungsförderern und Betroffenen über Chancen junger Forscherinnen und Forscher. Die stehen, so das Ergebnis, gar nicht schlecht – vor allem für die Besten der Besten.

Tatort Universität – (k)ein Krimi

„Tatort Universität“ Seit Humboldt ist die deutsche Universität im Besitz der Professorenschaft. Ihre Fixierung auf Fachwissen erzeugt die Verschulung und Überfrachtung der BA-Studiengänge – nicht Bologna. Raum für Kreativität und problembasierte, aktivierende Projekte wäre die Lösung.

Dinner zwischen Disziplinen

In Oxford gibt es Räume, in denen sich Professoren und Studenten noch mit- und nicht nur übereinander unterhalten. Auch das macht die Universitätsstadt zu einem Mekka der Moderne.

Der Welt entrückt im Paradies der Mathematiker

Oberwolfach ist kein Steuergeld verschleuderndes Wellnesscenter für urlaubssüchtige Mathematiker. Oberwolfach ist abgeschieden und puritanisch. Und vielleicht gerade deswegen ein weiteres Mekka der Moderne?

Gelehrtenrepublik und neues Atlantis

United Nations University, Tokio Von der Weltöffentlichkeit kaum wahrgenommen unterhalten die Vereinten Nationen in Tokio eine Weltuniversität. In einem weiteren Kapitel aus „Mekkas der Moderne“ trifft Hilmar Schmundt auf deren Rektor und dessen Berater.

„Es gibt keine Professionalisierung im Universitätsmanagement“

Der Zentralcampus im Frankfurter Westend Im Dezember bekam Rudolf Steinberg für seine Reformen als Präsident der Universität Frankfurt den Hessischen Verdienstorden verliehen. Mit sciencegarden sprach er über Universitäts-Manager, die Bachelorisierung des deutschen Hochschulwesens und akademische Michelin-Sterne.

Wider den mathematischen Analphabetismus

Bosporus-Brücke„Verdammt!“ Der Flügel weist in die falsche Richtung. Zweifel ausgeschlossen. Und so fliegt ein weiterer Origami-Pegasus in den Papierkorb. Das Symbol der Dichtung als geometrische Faltung. Einfach ist es bestimmt nicht, Literatur mit mathematischer Präzision zu verbinden.

Die Brückenbauer vom Bosporus

Bosporus-BrückeIn Istanbul soll eine deutsch-türkische Universität entstehen. Das Vorzeigeprojekt der „Ernst-Reuter-Initiative“, mit dem Berlin und Ankara sich um interkulturelle Verständigung bemühen, soll im Wintersemester 2010/2011 starten. Die Finanzierung der Spitzenuniversität ist allerdings noch nicht ganz geklärt.

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